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Ueberlandfahrt nach Phonsavan

Ich werde um 09.00h abgeholt, ist fein einen eigenen Minibus zu haben - also erst mal Klimaanlage aus! Die laue Luft aus dem offenen Fenster ist 1000 x angenehmer. Die Fahrt geht durch die Berge nach Sueden auf der wichtigsten Nationalstrasse: Chinesische Grenze - Vientiane, Aus China kommt ein Grossteil der Waren, Laos ist ein Binnenland. Sie ist inzwischen ganz geteert und sehr gut, 2 LKW koennen sich problemlos begegnen. Die Fahrt bis Muang Phu (dort zweigt die Strecke nach Phonsavan ab) dauert 3 Stunden und fuert durch zauberhaftes Bergland. Alles ist sehr gruen, die Berge komplett bewaldet und irgendwie knubbelig. Leider gibt es viel Brandrodung hier, auch darum ist es sehr diesig. Aber die Stimmung ist wunderbar. Immer noch eine Bergkette im Dunst, und noch eine dahintergeschichtet und noch eine, das grau wird immer zarter .. erinnert an chinesische Tuschezeichnungen.
Serpentine um Serpentine hoch und gleich auf der anderen Seite des Berges wieder hinunter ins naechste Flusstal, das mehrfach hintereinander. Wir fahren durch kleine Doerfer die sich an der Strasse entlang winden zwischen Strasse und Steilabhang, immer ein Holzhaeuschen neben dem naechsten, meistens auf Stelzen, kurze Stelzen vorne und laaange Stelzen hinten. Die Waende sind geflochtene Bastmatten, das ganze dann strohgedeckt. Da moechte ich bei Monsun nicht unbedingt drin wohnen....
Auf der Strasse tummelt sich alles: Kinder, Ferkel, Hunde, Enten, Ziegen, Puten - auch Rinder, Huehner, Ponies, Wasserbueffel (im Tal), dazwischen geparkte Mopeds, Leute die ein Nickerchen machen etc etc.
 High Noon in Muang Phu, wir sind Punkt 12.00 h dort. Hier beginnt die Nationalstrasse NR7 Richtung Osten (Vietnam); deshalb hatten die Franzosen hier frueher auch eine Garnison. In einer kleinen Schenke gibt es Mittagessen: Huehner-Nudelsuppe mit Staebchen zu essen, sonst wird man der langen Nudeln nicht herr. Die Bruehe wird dann geschluerft. Schmeckt koestlich, bis aus das Huehnerfleisch - es ist eine Unsitte, das komplette Huhn zu zerhacken, auch wenn die Knochen noch so viel Geschmack abgeben, gerade bei der Brust ist man nur an Knochelchen und Splitte pulen!!! Als Nachspeise gibt es 2 aromatische Mini-Bananen vom Obststand nebenan - und los gehts, die letzten 150 km bis Phonsavan.
Nach etwa einer Stunde Fahrt aendert sich die Landschaft, die Berge gehen in langgestreckte Huegel ueber, die tropische Vegetation wird weniger, es tauchen Pinien und Kiefern aus - wir naehern uns der 'Ebene der Tonkruege'. Phonsavan ist hier der Hauptort, im Prinzip eine lange Strasse, an der alle wichtigen Lokalitaeten aufgereiht sind. Ich werde im 'White Orchid Guesthouse' untergebracht - nunja - ich lasse mir gleich die besseren Zimmer zeigen und waehle eines mit Zuzahlung - es ist aber sauber und ordentlich - es gibt sogar eine laengere Hausordnung. Ein paar Punkte:
... please check in before stay
... donot take weapon into Guesthouse
... if stranger comes to shower- in your room will be charge    :-))

3.3.07 11:14, kommentieren



die Provinz Xieng Khouang

Ich sitzt in einem Strassencafe, es ist Abenddaemmerung, der Verkehr der Hauptstrasse braust an mir vorbei. Ich geniesse eine Pizza Hawaii mit Zitronen-Eistee; es ist eine 'Traveller Treff'. Dazu lese ich den Reisefuehrer, daraus muss ich jetzt mal zitieren:
'Phonsavan gibt sich Muehe, eine Stadt zu werden, noch hat das Durcheinander von von Huetten und Haeusern, von Verwaltungsneubauten mit Saeulen und sonstigem sozialistischem Zierrat, von Markt und Schulen den Charme eines Steinbruchs!'  Ok, das Buch ist nicht brandneu, es ist schon etwas besser geworden. Aber 'die Stadt hat nichts von der buddhistischen Gelassenheit, die Luang Prabang am Mekong (das bedeutet: Mutter der Fluesse) mit seinen Pagoden ausstrahlt; nichts vom Laisser-faire der Altstadt von Vientiane mit den Alleen eines suedfranzoesischen Provinznests - die Provinz Xiang Khuang ist anders.'
Durch diese Provinz schlaengelte sich der Ho-Chi-Minh-Pfad, die Amerikaner haben hier zwischen 1962 und 1975 mehr Bomben abgeworfen aus im gesamten 2. Weltkrieg ueber ganz Europa abgeworfen worden sind. Darunter sehr viele sogenannte 'Uterus-Bomben'  CBU/Cluster Bomb Units - sie teilten sich beim Abwurf , aus ihrem staehlernen Leib sprangen die 150 kleinen Bomben (Bombies genannt) heraus, Tennisbaellen aehnlich; jede davon verspritzte beim Aufprall 250 Stahlkugeln in alle Himmelsrichtungen. Ein raffiniertes Vernichtungswerkzeug, ersonnen nicht zum sofortigen Toeten, sondern es sollte aus Menschen Krueppel machen. Leider sind nur etwa 2/3 gleich explodiert, darum sind jetzt immer noch riesige Landstriche unbewohnbar. Hunderttausende Laoten sind damals im Geschosshagel der Amerikaner geflohen....  Heute stehen mannshohe Bomben als Tuerpfosten herum, Granathuelsen werden als Schluesselanhaenger verwendet.....
Ich lese das alles und schaue von meiner Pizza hoch .... direkt vor mir stehen 2 solcher Tuerpfosten, eintraechtig neben den Blumenkuebeln mit Christusdorn!!!

3.3.07 11:18, kommentieren

das Gasthaus zur Weissen Orchidee

... man sollte den Haehnen den Hals umdrehen!!!! Frueh um 5.oo h beginnte das Kikerikie-Konzert!!!!
Aber sonst habe ich prima geschlafen, die Matratze is nicht durchgelegen, das Linnen sauber und gestaerkt, das Fliegengitter vorm Fenster intakt, das Bad gefliesst und sauber , die Badewanne HAT einen Stoepsel, der Wasserdruck ist gut und das Wasser heiss, der Duschvorhang neu und nicht versifft ... und die Klosspuelung funktioniert!!! Ausserdem steht taeglich eine 1 l Flasche Mineralwasser kostenlos zur Verfuegung - mit anderen Worten - das Preis/Leistungsverhaeltnis stimmt: 10 $ - 8 Euro und das Fruehstueck ist auch darin enthalten... Aber das werde ich morgen frueh woanders einnehmen. Es gab 2 Spiegeleier (sehr gut gelungen, das Gelbe war noch butterweich) aber dazu 3 Scheiben suessliches droeges Weissbrot und 1 Tasse gruenen Tee (ok) PLUS 1 Tasse starken Nescafe! Auf Bitten um Milch bekam ich eine Dose gezuckerte Kondensmilch - nein, damit kann man mich nicht gluecklich machen.
Ich erfahre, das diese Guesthouse mit Geld der Hmong-Minoritaet gebaut wurde (ist ziemlich neu), darauf laesst sich hier sowieso der ganze Bauboom und die sichtbare Prosperitaet zurueckfuehren. Die Hmong haben die Amis waehrend des Krieges unterstuetzt und mussten 1975 zusammen mit den letzten GIs das Land verlassen. Jetzt nach ueber 30 Jahren Exil in den USA gibt es hier eine Amnestie. Viele Hmong kommen zurueck in das Land ihrer Kindheit und sie haben reichlich Dollars dabei....
Zum Thema TV habe ich erfahren, fast keiner schaut die 2 Programme von Lao TV, das ist droeges, regierungstreues Programm. Die vieleln Satellitenschuesseln sind gen Thailand gerichtet, das Programm dort ist start US beeinflusst! Wie gut, das die Laoten die Thaisprache verstehen koennen - erinnert mich irgendwie an unsere DDR-Zeit  :-))

3.3.07 11:20, kommentieren

Die Ebene der Tonkruege / Plain of Jars

... also Tonkruege erinnert irgendwie an 2 l Karaffen fuer Limonade ... die Kruege hier sind respektable Sandstein-Urnen von 600 kg bis 1 ton Gewicht (einer sogar 6 ton)!!! Davon stehen hunderte im Gelaende rum. Ein Steinbruch isr etwa 100 km entfernt - abe viel mehr weis man nicht, der Legenden sind viele. Igendein Volk vor 3.000 oder auch mehr Jahren hat hier wahrscheinlich seine Toten drin bestattet. Eventuelle Grabbeigaben sind in der Zwischenzeit leider abhanden gekommen....
Auf Nachfrage von mir meinte mein Kollege Peter, die Gegend aehnele ein wenig der Lueneburger Heide, er hat durchaus recht, und ueberall ein paar Jars / Tonkruege, Mal 50 mal 100 - einfach so in die Gegend verstreut. Dazwischen Tausende von Bombenkratern, im 8 Minutentakt/24 Stunde pro Tag - und das ueber JAHRE haben die Amis hier mit ihren B52 Bombern ihre Bombenteppiche gelegt .... kein Dorf und keine Stadt war 1975 in dieser Provinz noch vorhanden!
Wenn man durch die Gegend geht schaut man tunlichst nach kleinen rotweissen Steinen, zwischen denen verlaeuft der sichere Pfad, hier wurde mit Metal-Detektoren nach Minen gesucht, der Rest wurde nur visuell geklaert...
Auf meiner Tagestour werden 3 der archaeologischen Fundorte besucht, die Urnen sind nicht nur rund, sondern auch oval, laenglich, mit glattem Rand, mit ausgearbeitetem Rand - damit der Deckel gut passt. Die Deckel sind fast alle abhanden gekommen, in vielen Haushalten haben sie sich befunden, als Unterlage um mit einem grossen Stein dann das Korn zu zerreiben (Stone-Milling). Viele Jars sind teilweise in den Boden gesunken duch Regen usw. viele sind zerbrochen - aber es ist doch ziemlich bizarr und beeindruckend. So etwas gibt es auf der ganzen Welt nicht noch einmal!!!
Hallo Renate:  die Gegen ist nicht fuer dich, in den Jars leben extrem viele Spi...  Die rotten sich zu hunderten zusammen auf einen Haufen, mein Guide hat mit dem Finger drangetippt und sie stoben regelrecht auseinander. Ich gleube er wollte mich testen, ob ich kreische  :-))

3.3.07 11:22, kommentieren

Tong, 28 Jahre, mein Guide fuer heute

Er, typischer kleiner und zierlicher Laote, sitzt auf dem Beifahrersitz und ich hinten; mir faellt auf, das er mehrfach irritiert/fasziniert nach hinten schaut und mich mustert. Beim Schlendern ueber die Tonkrug-Ebene fragt er hoeflich nach Mann und Kind - ich muss passen. Etwas spaeter versucht er mein Alter herauszufinden, ohh, 53 !!! Er hatte mich auf 35 - 38 geschaetzt. Der Fahrer auch, die Beiden hatten das wohl auf der Fahrt hierher schon durchgehechelt. Er schaut mehrfach verstohlen, 8 Tonkruege weiter nimmt er sich ein Herz und fragt, wieviele Kilos ich wohl wiege... Ich lasse ihn schaetzen, er faengt bei 80 kg an, seine Augen weiten sich als wir bei ueber 100 kg ankommen... Jetzt bin ich gespannt, ich bin ja nicht das erste Mal im Fernen Osten.
Ich erwische ihn mehrfach bei sinnenden Blicken, ich koennte mich beoemmeln! Wenn er sich traut, DANN hat er bei seinen Kumpels aber gepunktet!!! Li, mein chinesischer Ex hat mir das erzaehlt, so etwas hebt das Ansehen unter seinesgleichen ungemein. Ich muss wieder an mein putziges Erlebnis in Tibet,mim Kloster Samye denken: ich bin (in 4.000 m Hoehe) in die 2. Etage des Klosters geklettert und sitze etwas aus der Puste auf einer Bank. Mir gegenueber sitzt ein ehrwuerdiger, aelterer Moench, er mustert mich die ganze Zeit zweifelnd, steht auf, kommt zu mir und kneift mich in den Oberschenkel - dann schlurft er mit einem Ausruf des Erstaunens ganz schnell von dannen. Wenn das Buddha gesehen haette!!!
Naechste Fundstelle, 15 km weiter, Kassenhaeuschen, ich zahle meinen Eintritt, er steht neben mir und fluestert: die Waerterin hat auch geschaetzt - hoechstens 38 ... Meine Laune steigt - trotzdem - ich habe heute keine Lust auf 'klein und handlich'. 
Hier wird erst einmal Mittag gegessen, es gibt - jaaa - Nudelsuppe, allerdings von Truthahn! Der ist zaeh, aber es sind Fleischstuecke und keine gehackten Knoechelchen. Langsam habe ich auch geschnallt, wie man Nudelsuppe manierlich mit Staebchen isst: man stosse die beiden Staebchen in das Nudelknaeuel hinein, zieht eine Fuhre ganz hoch und fuehrt sie vorsichtig zum Mund. Nun gut schluerfen, mit den Staebchen etwas weiter unten nachfassen, nochmal zum Mund fuehren, wieder etwas weiter unten nachfassen, abbeissen und den Nudelrest nach unten begleiten, nicht dass es in die Bruehe platscht  :-))
Mir gegenueber sitzt ein einheimisches Paerchen am Tisch, am Nachbartisch sitzen Hollaender; wir kloenen, ich sage das ich aus Hannover bin, da meint doch der Mann mir gegenueber: Aaah Hannover - EXPO !!!! Ich bin platt... Die Beiden sind Tour-Operators aus Hanoi, er war schon mehrfach in Deutschland, na dann.....
Die Tonkruege befinden sich hier auf einem Huegel unter einem schattenspendenden riesigen Bodhibaum. Wir sitzten im Schatten, hoeren unten in den Reisfeldern die Wasserbueffel mit Kuhglocken bimmeln und geniessen die angenehme Brise. Ich lasse das Gespraech nicht abschweifen sondern loechere ihn nach touristischen Infos.
Ok, erfolgreich abgeblockt, wir kraxeln jetzt noch ueber einen Zaun und ueber eine wackelige Bruecke aus Bambusstangen in Richtung 3. Fundstelle. Auf dem Marsch durch die trockenen Reisfelder (Regen gibt es erst im Mai/Juni) koennen wir schoen die Wasserbueffel beobachten. In einigen Bombentrichteern hat sich Wasser gesammelt, hier werden Fische gezuechtet. Es wirkt alles so friedlich hier!

3.3.07 11:27, kommentieren

Morgenstimmung

7.00 h bei 'Craters', ich sitzte wieder auf meinem Stammplatz zwischen den 2 Bomben und bestelle mir ein 'Continental Breakfast':

Fruit of the season, 2 boiled eggs,                                                   Toast with jam and butter, Coffee or Tea

blos keine Eier mehr, aber es stehen Cheeseburger auf der Karte!!! Also bestelle ich um - no eggs, but cheese and tea, but 'Iced Lemon Tea' without Ice - just a bit ...  Die junge Dame zieht die Stirn kraus, fragt noch 3 x nach und geht tief in Gedanken, leicht den Kopf schuettelnd von dannen. Wenige Minuten spaeter taucht die Chefin auf und erkundigt sich, ob die Bedienung mich richtig verstanden hat: no eggs but cheese and iced lemontea without ice ...

Ich sitze auf dem Fussweg der Hauptstrasse und geniesse die Morgesonne, neben mir und gegenueber erwacht die Stadt, Rollaeden werden hochgelassen,  TukTuks und Mopeds brausen vorbei ...

Der Eistee kommt - jaaa - noch zart lauwarm, ein einziger Eiswuerfel ist so guut wie weggeschmolzen - koestlich.

Neben mir ist das Buero der MAG - saves lives / builds futures. 5 Offroader werden beladen, die Minensuchtrupps werden zusammengestellt und losgeschickt. Es sind 2 Briten dabei, sonst sind 2/3 junge Laotinnen und nur 1/3 Maenner! www.magclearsmines.org

Meine Bestellung rollt an: eine aufgeschnittene Papaya, 2 Scheiben Toast, 2 Scheibletten, Butter und Orangen Marmelade - prima

Inzwischen sind andere Traveller und Backpacker eingetrudelt, das Lokal hat sich gefuellt. Wortfetzten in Italienisch und Hollaendisch, Schwedisch und Franzoesisch schwirren um mich herum. Vor mir brausen ganze Mopedgeschwader vorbei, manchmal die ganze Familie auf einem versammelt. Dazu hier und da ein Fahrrad, LKWs, gut gefuellte Minibusse... Ich gege zur Bar um zu bezahlen, das Fruehstueck kostet 1,50 Euro plus 30 Cent Aufschlag fuer den Kaese - der ist teuer hier. Hinter der Bar eine Pinnwand mit Visitenkarten aller moeglichen Oraganisationen: DED, Handicap International, USaid, NZaid, Jmas (JapanMineActionService)  usw

Ich gehe zum Guesthouse rueber, es ist Punkt 8.30 h - und mein Fahrer ist nicht da. Er war sonst immer viel zu frueh .... 

3.3.07 11:32, kommentieren

Fahrt durch das Bergland der Hmong und Khamu

Es ist 8.45 h !!!!

Da kommt er und schaut irgendwie genervt. Ich klettere ins Auto und er sagt zu mir: 'Guide is comming' - wieso Guide?? Das war doch nur gestern fuer die Tour... Und schon reisst Tong die Tuer auf und strahlt ueber das ganze Gesicht, er konnt mit nach Vang Vieng!!! Habe ich ihm gestern zu viel Trinkgeld gegeben? (4 Euro) - nein, er muss sowieso hin und so kostet es nichts, er hat viel Platz und kann mich entertainen - na prima.

Vorbei am Schlagbaum - es ist mehrfach Strassenzoll zu entrichten - die CD mit laotischen Schnulzen wird aufgelegt, wir fahren durch Doerfer und Pinienwaelder, hier und da eine Kuh auf der Strasse und Bauern arbeiten auf den Feldern. Hier ist es relativ trocken, darum gibt es nur eine Reisernte im Jahr, in der Provinz Vientiane ist anderes Klima, dort kann 2 x geerntet werden, in einigen Gegenden Vietnams sogar 3 x im Jahr!!!

Wir schrauben uns Serpentine um Serpentine in die Berge, immer auf der Acht vor versprengten Kuehen und sonstigem Geviech. Tong erklaert mir, das die buddhistischen Doerfer Haeuser auf Stelzen haben, das schuetzt vor Ratten, ist sauberer und luftiger. Die Hmong bauen auf dem Boden, der Fussboden ist gestampfter Lehm, der sich in der Regenzeit in Morast verwandelt. Es gibt keine Fenster, darum ist es sehr dunkel darinnen und durch das offene Feuer immer sehr verraeuchert - er schuettelt sich, er ist bestimmt kein Hmong  :-))

Die Landschaft ist zauberhaft. Es ist Baumbluete und die Haenge sind mit weissen und rosa Baeumen ueberseht. Die hoechsten Berge in Laos sind etwas 2.500 m hoch, die Ebene der Tonkruege etwa 1.200 m - dazwischen bewegen wir und also. Die Strasse ist sehr gut, sie wurde zwischen 2000 und 2002 gebaut, der Asphalt ist immer noch jungfraeulich, KEINE Erdrutsche, wie so oft im Himalaya. Manchmal stehen Maenner mit Knarren am Wegesrand, manchmal kommen Familien aus dem tropischen Bergwald von ihren Feldern (Kassava, Taro, Suesskartoffeln, Mais, Klebreis, Chilischoten, Gemuese etc) und gehen ins Dorf. Sowohl die Hmong als auch die Khamu hier sind Animisten; sie haben Naturreligionen und sind sehr spirituell.

Einige Haenge sind abgeholzt oder abgebrannt, man sieht Erosion, mitten in der Kurve mal wieder eine Kuh!! Wir kloenen ueber den Markt und ich erzaehle den alten Chinesenwitz:

Chinesen essen alles, was Beine hat ausser Tischen und Stuehlen, sie essen alles, was fliegt ausser Flugzeugen und sie essen alles, was schwimmt, ausser Schiffen - Tong grinst sich eins. Die Doerfer hier an der Strasse sind erst ein paar Jahre alt, wenn die Erde verbraucht ist, so etwas nach 10 - 12 Jahren werden sie abgerissen und woanders neu aufgebaut. In kleinen Doerfern leben etwas 10 - 15 Familien, in grossen bis zu 40 und mehr. Frueher wurde in dieser Gegend auch Opium angebaut, aber das bekaempft die Regierung (zumindest hier einigermassen  erfolgreich). Wir verlassen die Provinz Xieng Khouang und kommen wieder in die Provinz Luang Prabang. Nicht weit und wir treffen wieder auf wichtige Nord-Sued-Strasse. Unser Stundenschnitt liegt bei etwa 45 - 50 km.

3.3.07 11:33, kommentieren